17.03.2010: WDR Radio: Hans Wollschläger

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Helmut
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Re: 17.03.2010: WDR Radio: Hans Wollschläger

#61 Beitrag von Helmut » 23. Mär 2010, 16:52

Bösartig könnte ich ja sagen, dass sich Freud nur graduell vom Rest der klassischen Mediziner unterscheidet. Diese gehen, wie ich schon ab und zu bemerkte, mit einem ihrer Hauptwerkzeuge, der Wahrscheinlichkeitstheorie so fahrlässig um, das es eigentlich ein Wunder ist, wenn dabei hin und wieder auch mal eine korrekte medizinische Statistik herauskommt. Manchmal kommen diese falschen Statistiken, mitsamt der Fehler, auf den sie beruhen, zum Glück ans Tageslicht.
(Aber jetzt ist, von meiner Seite, wirklich genug des Abschweifens.)

Helmut

IDDOC
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Re: 17.03.2010: WDR Radio: Hans Wollschläger

#62 Beitrag von IDDOC » 23. Mär 2010, 18:50

Mein lieber Helmut,ich habe einen promovierten Mathematiker zum Bruder und muss mir leider die gleichen Argeumente anhoeren.Ja viel medizinische Statistik ist schlecht und leider oft vom Sponsor meist einer pharmazeutischen Firma manipuliert.Wenn ich eine neue Studie sehe,lese ich erstmal wer dahinter steckt.
Gute klinische Studien gibt es aber auch ,vor allem das VA System hat sich hier zumindest in den USA ausgezeichnet und hat dazu gefuehrt,das viele liebgewordene Traditionen aufgegeben wurden.Und natuerlich wird hier die Statistik von Statistikern und nicht Aerzten berechnet.
Wissenschaftliche Medizin zeichnet sich dadurch aus das man Thesen auch verwirft wenn es neue Evidenz gibt.
Mittlerweile spielt auch molekularbiologische Forschung eine viel groessere Rolle und da geht's um harte biologische Fakten nicht weiche Statistiken.
Was mich anggeht so habe ich lange Jahre Grundlagenforschen im Labor getrieben.Nicht weil ich klinische Studien nicht wichtig finde, sondern weil ich die Beschaffung von Daten fuer solche schlicht langweilig fand und Du ganz recht hast,die eigentliche Arbeit machen Mathematiker.
Freud hat Fallbeschreibungen geliefert von Patienten,die aus einem sehr begrenzten sozialen Umfeld kamen,hat die dann verallgemeinert und hat eine absolut spekulative Theorie der Ursachen entwickelt auf die spekulativen Ursachen gruendete er dann eine noch mehr spekulative Behandlung.Das war auch damals kein naturwissenschaftliches Arbeiten.
Wurde man sagen die Psychoananlyse waere eine neue Religion oder Philosophie koennete man es ja durchgehen lassen ,aber der Anspruch es waere eine Wissenschaft ist schlicht Humbug.
Zurueck zu Wollschlaeger er mag ein grossartiger Rezitator und fuer einige auch ein grosser Schriftsteller gewesen sein,dass er versuchte Texte von May psychoanalytisch zu interpretieren ist trotzdem Unsinn.Obwohl wie gesagt das ist Jahrzehnte her vielleicht hatte er ja dazu gelernt.

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