Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

pokaimu
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Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 06 Dez 2018 11:13

Am 04.12.2018 fand in der Philharmonie am Gasteig in München das erste von vier geplanten Konzerten "Der Schatz im Silbersee - live mit großem Orchester" statt. Wie schon in meinem Erstbeitrag zum Thema berichtet, hatte ich mir in großer Vorfreude auf auf ein solch bisher einmaliges Vorhaben in der Karl-May-Szene sofort nach Bekanntwerden Eintrittskarten gesichert. Wir waren gespannt, was uns in München erwarten würde. Der Film und die kongeniale Musik von Martin Böttcher dürften seit mittlerweile 56 Jahren zum allgemeinen Wissensgut der Fanszene gehören. Aber solch ein Vorhaben - Film auf Großbildwand und die vollständige Musik dazu - ich betone ausdrücklich, die vollständige Musik - live von einem großen Symphonieorchester gespielt, gab es bis dato noch nicht.
Die Philharmonie war ausverkauft und, zur Freude aller Anwesenden, war auch der Komponist Martin Böttcher - leider inzwischen mit fast 92 Jahren im Rollstuhl sitzend - anwesend! Dazu noch Hella Brice und passend zum Film die Darsteller der wichtigsten Figuren verkörpert von der Dasinger Karl-May-Bühne. Es spielte das Münchener Symphonieorchester (In der Hauptstadt des Freistaates gibt es ja gleich mehrere große Orchester...) unter der Leitung des Schweizers Ludwig Wicki, einem ausgewiesenen und weltweit anerkannten Experten für Filmmusik.
Was soll ich sagen? Der Abend war einfach grandios und wird für alle dort Anwesenden bestimmt ein unvergessliches Erlebnis gewesen sein und bleiben. Das ist zwar meine subjektive Meinung, aber ich stehe dazu: Noch nie wurde die hervorragende Musik von Martin Böttcherzu einem Karl-May-Film so kongenial und perfekt interpretiert wie an diesem Dienstagabend!! Einfach pure Gänsehaut!! Wicki verstand in der Tat sein Handwerk auf das Allerbeste und wusste aus dem großen Klangkörper des Orchesters - alles durch und durch Spitzenmusiker - alles herauszuholen. Die perfekte Abstimmung des Komponisten auf die szenische Handlung des Filmes wurde für jeden deutlichst hervorgehoben und unterstrichen. Bemerkenswert war für mich, dass die tatsächliche Partitur der Filmmusik weitaus umfangreicher ist als angenommen. Denn hier wurden Filmszenen, für meine Begriffe in der Tat erstmals, mit Musik untermalt, die bisher weder auf Tonträger noch in den vorliegenden, teilweise unterschiedlichen Filmfassungen eingesetzt worden sind. So z. B. die Szene, als Cornel Brinkley die frisch Gefangenen Vater und Tochter Petterson verhört. Wie gesagt, es gibt noch weitere Beispiele. Die bekanntesten Einzelkompositionen sind "Hill-Billy-Tilly", die "Tramp-Melodie" und natürlich die "Old-Shatterhand-Melodie", bei deren Erklingen es bei den Zuhörern kein Halten mehr gab. wie gesagt, Gänsehaut pur!!
Das Vorhaben und die praktische Umsetzung verdienen allerhöchstes Lob. Das Orchester war grandios, wobei insbesondere die Percussion-Abteilung (fünf Mann an der Zahl) Schwerstarbeit leisten musste. einfach ein supertoller Abend mit dem entsprechenden Feeling, das "an die Nieren ging"...
Ein kleiner Wermutstropfen war die nicht ideale Bild- und Tonqualität des Filmes an sich. Aber da die Musik die eindeutige Hauptrolle an diesem Abend gespielt hat, war das zu verschmerzen.
Am Ende stehende Ovationen für Wicki, das Orchester und last but not least für Martin Böttcher, dem "großen und unerreichten Vater der Melodien". Der Saal war rundum begeistert, und ich glaube, auch der Komponist selbst in gl.Weise, der sein Werk so perfekt aufgeführt hat live erleben dürfen.
Ein großes Danke an alle Beteiligten, dass dies alles nun möglich wurde.
Am selben Abend haben wir die Karten für ein Da capo am kommenden Ostermontag (22.04.) bestellt....

ulistetter
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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon ulistetter » 06 Dez 2018 18:12

Dem kann ich nur beistimmen.
War beim zweiten Termin vor Ort gewesen. Und der Karl-May-Klassiker weiß auch noch heute jung und alt zu begeistern. Wie man am tosenden Applaus erkennen konnte. Auffallend viele Väter mit Kindern im jugendlichen Alter saßen im Publikum...Und natürlich der ein oder andere Nostalgiker.
Schon erstaunlich, wie dieser Film immer wieder in seinen Bann zu ziehen weiß. Und wenn man heute an Winnetou denkt, hat wohl kaum einer der Besucher die Neuverfilmungen im Sinne gehabt. DIESER "Schatz im Silbersee" ist ein Mythos und damit unsterblich...nicht wiederholbar.
Wie eine Flucht aus den Wirren der heutigen Zeit hinein ein schönes Märchenreich..so wirkt der Film noch immer.
Schlangengleich schleichen Fred Engel, Old Shatterhand oder Winnetou durch die kroatische Macchia...was mehr Schauert besitzt, als jede noch so aufwändig inszenierte Actionszene heutiger Kinofilme.

KarlMayFreund
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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon KarlMayFreund » 06 Dez 2018 21:58

So ein Ereignis hat sich die Nr. 800 in der Rubrik "Karl May im Film" redlich verdient.
Zuletzt geändert von KarlMayFreund am 09 Dez 2018 15:11, insgesamt 1-mal geändert.

Bärentöter
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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon Bärentöter » 08 Dez 2018 02:09

Hallo Pokaimu. Du hast es sehr genau auf den Punkt gebracht und vor allem Detailgetreu. Konnte leider nicht Live vor Ort sein aber 22.04.2019 mit Sicherheit. Du hast genau das beschrieben, was ich wissen wollte!!! Lieben Dank dafür!

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon cmcbvve » 09 Dez 2018 08:42

"Bemerkenswert war für mich, dass die tatsächliche Partitur der Filmmusik weitaus umfangreicher ist als angenommen. Denn hier wurden Filmszenen, für meine Begriffe in der Tat erstmals, mit Musik untermalt, die bisher weder auf Tonträger noch in den vorliegenden, teilweise unterschiedlichen Filmfassungen eingesetzt worden sind. So z. B. die Szene, als Cornel Brinkley die frisch Gefangenen Vater und Tochter Petterson verhört. Wie gesagt, es gibt noch weitere Beispiele."

Das liest sich für mich so, als hätte die Musik zwar toll geklungen, war aber NICHT die auf Baer Records veröffentlichte Originalmusik - verstehe ich das so richtig? Wenn Szenen "erstmals mit Musik untermalt" wurden, dann kann es sich doch nicht um Stücke handeln, die 1962 von Martin Böttcher für diesen Film komponiert hat - oder doch? Ich habe noch nie von unveröffentlichter Musik zum SCHATZ IM SILBERSEE gelesen oder gehört...

Meine Frage also: Hörte man genau die Musik, die auch im Film zu hören ist, oder aber Neubearbeitungen / Neuinterpretationen von Böttcher-Themen?

pokaimu
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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 09 Dez 2018 17:07

Hallo, cmcbvve!

Also, ich möchte Deine Frage wie folgt beantworten.
Ich kenne den Film in seinen verschiedenen Fassungen und die auf Tonträger veröffentliche Musik nun schon seit Jahrzehnten in und auswendig, also recht genau. Hinsichtlich der Filmmusik zum "Schatz im Silbersee" habe ich sämtliche verfügbaren Ausgaben auf Tonträger in meiner Sammlung. Da nun erstmals die Filmmusik von einem Orchester live zum ganzen Film vorgetragen wurde, habe ich in der Aufführung mehr auf die Musik geachtet als auf den Film, denn an diesem Abend war ja gerade die Darbietung der Musik das Neue. Wenn man gesehen hat, wie dick die Partitur auf dem Dirigentenpult von Ludwig Wicki war, war ich besonders gespannt, was da kommen würde. Wie gesagt, ich gebe hier meinen persönlichen Eindruck wieder. Aber m. E. war es tatsächlich so, dass die Partitur mehr Szenen des Films mit Musik unterlegt hat, als mir bzw. uns bisher bekannt war. Diese Musik stammt, soweit ich es als langjähriger Fan von M. B. beurteilen kann, natürlich auch aus der Feder des Komponisten. Ich habe mich bemüht, genau hinzuhören. Und es war in der Tat so, dass bei verschiedenen Szenen - offensichtlich hier erstmals - eine bereits früher dafür mitkomponierte Musik eben live gespielt wurde. Das kann m. E. nur bedeuten, dass diese Teile der Partitur, aus welchen Gründen auch immer, im Film nicht verwendet und auch nicht auf Tonträger veröffentlicht wurden, sonst müssten sie ja dort vorhanden sein. Ich erwähnte die Szene, als Cornel Brinkley Vater und Tochter Petterson nach der Gefangennahme verhört. Und es gibt wohl noch weitere Beispiele.Bei der betreffenden Musik handelt es sich nicht um Ohrwürmer wie die allseits bekannten (Haupt-)Titel/~melodien, sondern um dezente, aber durch die Liveaufführung doch sehr wohl wahrnehmbare Hintergrundmusik im piano.
Nach dem Konzert habe ich mich noch mit einem ausgewiesenen Kenner der Szene unterhalten und ihm meine diesbezüglichen Eindrücke geschildert. Er war der gleichen Meinung wie ich.
Ich besuche das Konzert wie gesagt im April nochmals und werde mein Augenmerk gerade auf die besagten Passagen verstärkt lenken.. Vorher werde ich mir mit Kopfhörer die verschiedenen Filmfassungen zuhause nochmals zu Gemüte führen, um zu vergleichen.
Eine 100%ige Auskunft kann sicherlich nur Martin Böttcher und/bzw. Ludwig Wicki geben. Wegen des Trubels vor Ort habe ich aber beide leider nicht mehr persönlich befragen können.
Soweit noch einmal zur Verdeutlichung zu dem, was mir aufgefallen war und was ich gemeint habe.

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon cmcbvve » 09 Dez 2018 20:43

Hallo pokaimu,

vielen herzlichen Dank für diese ausführliche Antwort! Ich werde mich bemühen, Ostern auch dabei zu sein!

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 09 Dez 2018 22:11

Guten Abend, cmcbvve!

Gerne! Ist prima, wenn Du im April auch mit dabei bist. Es lohnt sich auf jeden Fall!! Vielleicht regt der bisher ausgezeichnete Besuch der Veranstaltungen dazu an darüber nachzudenken, ob man nicht evtl. die Musik zu weiteren Karl-May-Filmen - vorzugsweise die von Martin Böttcher - live zum Film aufführt. Das wäre natürlich grandios...
Also dann bis demnächst!

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon Al-No » 09 Dez 2018 22:42

"Der Schatz im Silbersee" mit Orchesterbegleitung täte ich sehr gerne mal sehen. Aber dafür hätte ich durch halb Deutschland durchqueren müssen.

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 16 Apr 2019 17:12

Schönen guten Tag!
Auf diesem Wege noch einmal der Hinweis auf den Ostermontag mit den zwei orchestral begleiteten Aufführungen von "Der Schatz im Silbersee" in der Philharmonie am Gasteig in München-Bogenhausen, wieder mit dem Luzerner Dirigenten Ludwig Wicki, jedoch dieses Mal mit dem Pilsen Philharmonic Orchestra. Die Vorstellungen sind um 15:00 und 19:00 Uhr. Für kurz entschlossene Fans sicherlich der richtige Abschluss des Osterfestes...
Ich selbst werde das Projekt nach dem vergangenen Dezember nun zum zweiten Mal genießen und bin sehr gespannt, auf den Vergleich der verschiedenen Orchester!
Also dann vielleicht bis zum Ostermontag.

Herzliche Grüße an die Fangemeinde!
Michael

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon Klaus » 17 Apr 2019 16:28

Leider ist der Aufführungsort für mich auch zu weit entfernt. Daher hier einige Fragen an die, die schon da waren.
Wird der Originalton des Films weggeblendet, wenn das Live-Orchester spielt? Oder hört man die Musik im Film sowohl aus den Kinolautsprechern als auch vom Live-Orchester? Was ist bei den Filmpassagen mit gleichzeitiger Musik und Dialogen?

Klaus

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 18 Apr 2019 18:55

Hallo und guten Abend, Klaus!

Schade, dass Du nicht kommen kannst wegen der zu weiten Entfernung. Es hätte sich wirklich gelohnt...
Nun zu Deinen Fragen:
Nein, die Musik von Martin Böttcher hört man nur live, gespielt durch das anwesende Sympohonieorchester. Die entsprechende Spur der Filmmusik im Rahmen des Filmtones wurde rausgenommen bzw. ausgeblendet, sonst hätte das ja gar keinen Sinn ergeben. Ansonsten hört man natürlich alle Dialoge und Nebengeräusche des Filmes original von der Filmrolle. Also: die Musik wird in den Aufführungen ausschließlich live gespielt. Das ist ja gerade der besondere Reiz der Aufführung. Und: so gerne ich immer wieder die Melodien von Martin Böttcher von den LPs oder CDs höre: Der Liveeindruck der Musik ist überwältigend und jeglicher "Konserve" überlegen. Außerdem kann man sehr gut sehen und beurteilen, was der Dirigent und seine Mitstreiter währen der knapp zwei Stunden Film leisten müssen. Wie schon in meiner Dezemberrezension geschrieben, ist die Partitur der Filmmusik ein ganz dicker Wälzer und das Orchester untermalt musikalisch aufgrund der vollständig vorliegenden Partitur auch solche Szenen, die im Film selbst nicht mit Musik unterlegt sind, obwohl Martin sie für den Film komponiert hat. Diese Musik gibt es auf keinem Tonträger! Das ist ein zusätzlicher Reiz bei diesem Event.
Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen so umfassend wie möglich beantworten.
Wünsche noch schöne Ostertage, und wenn es live für Dich nun nicht klappt, dann eben hilfsweise die "Konserve" auf den Plattenteller legen.

Herzliche Grüße
Michael

Klaus
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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon Klaus » 18 Apr 2019 19:34

Hallo Michael,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Erklärung! Ich wohne leider ca. 700 km entfernt in der Nähe von Münster. Da hätte ein Besuch nur mit Übernachtung Sinn gemacht. Daran, dass die Aufführung ein überwältigendes Erlebnis ist, habe ich keinerlei Zweifel. Keine noch so gute Lautsprecheranlage kann den Hörgenuss eines Live-Orchesters ersetzen, da stimme ich Dir zu.

Vielleicht ist es möglich, die komplett gespielte Filmmusik auf CD zu veröffentlichen. Ein Mitschnitt der Abende ist doch sicher gemacht worden. Dann käme man in den Genuss auch der Passagen, die im Film nicht verwendet, aber vom Orchester gespielt wurden.

Dir auch schöne Ostertage!
Klaus

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 19 Apr 2019 08:12

Guten Morgen, Klaus!

Herzlichen Dank für Deine schnelle Rückmeldung. Ja, wenn Du im schönen Münster wohnst (Kenne ich recht gut), geht das auf jeden Fall nur mit Übernachtung. Das haben wir beim ersten Mal auch so gemacht. Waren aber in der 20:00 Uhr-Vorstellung. Nun, um 15:00 Uhr, klappt das noch recht gut mit der Zugrückfahrt nach Wiesbaden.
Ja, das wäre schon ein Traum, wenn es vom Konzert einen irgendwie gearteten Mitschnitt gäbe. Wäre für uns Fans ein Muss! Ich kann Dir aber gar nicht sagen, ob das damals aufgezeichnet/mitgeschnitten wurde. Vielleicht kann man am Montag etwas dazu erfahren. Zwischen Dezember und April hat Wicki ja auch zu Hause in Luzern den "Schatz im Silbersee" zwei Mal dirigiert. Der Konzertsaal im Kongress-und Kulturzentrum in Luzern ist super und hat eine tolle Akustik. Wir waren dort vor einem Jahr zu "Star Wars - Episode 4". Dirgiert hatte aber ein Engländer, der sein Fach auch hervorragend verstand. Wenn man dort aus dem Haus kommt, steht man direkt am Vierwaldstätter See; insbesondere in der Nacht ein toller Anblick mit den all' den Lichtern.
Nun freuen wir uns aber auf den Ostermontag. Das Wetter ist ja schon mal prächtig!

Herzliche Grüße nach Münster!
Michael

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Re: Der Schatz im Silbersee - live - Reloaded!

Beitragvon pokaimu » 23 Apr 2019 10:21

Eigentlich wollte ich ausschließlich über unser zweites Live-Konzert von "Der Schatz im Silbersee" in der Münchener Philharmonie am Gasteig berichten; jedoch überschattet der plötzliche Tod Martin Böttchers b. a. W. erst einmal alles.
Wir saßen zwei Stunden vor dem Konzert gerade beim Mittagessen, als ich per Mail die Nachricht von dessen Ableben in den frühen Morgenstunden des Karsamstag erhielt. So werde ich im Folgenden das Konzert nur relativ kurz streifen.
Der von uns hoch verehrte Komponist ist nicht mehr. Das ist wirklich schwer zu verdauen! Die Nachricht machte uns fassungslos, und wir hatten plötztlich eigentlich zu gar nichts mehr Lust, zunächst selbst auf das Konzert auch nicht. Man ist einfach sprachlos. Ich hatte das Glück, Martin persönlich kennengelernt zu haben und schätzte ihn seit Jahren als einen überaus feinen, symphatischen und liebenswürdigen Menschen, der außerdem als ein Muster an Bescheidenheit in Erinnerung bleiben wird. Vor zwanzig Jahren durfte ich 1999 im April an Karfreitag!! (Es passt im Leben irgendwie alles irgendwie zusammen...) live im SWR 1 ein Interview mit ihm führen, welches für mich ein tolles Erlebnis war. Für mich und sicherlich auch für viele andere war Martin der größte deutschsprachige Komponist der Nachkriegszeit, und dies beileibe nicht nur wegen seiner unvergesslichen Karl-May-Melodien! Sein Schaffen geht ja weit darüber hinaus, wenn diese auch der Grundstein für die Jahrzehnte andauernde Beliebtheit des Künstlers waren. Unser Mitgefühl gilt nun seiner Familie, allen Angehörigen und Freunden. Wir werden ihn sicher nie vergessen. Der Mensch geht, aber die Erinnerung bleibt. Ein Aphorismus, welcher nun eine besondere Aktualität bekommt.
Nun kurz zum Konzert. Die Philharmonie war in der ersten Vorstellung am Ostermontag gut besucht, wenn auch nicht vollständig ausverkauft. Ludwig Wicki würdigte vor Beginn des (Film-)Konzertes kurz, aber prägnant die Verdienste und die Bedeutung von Martin Böttcher und verneigte sich nicht nur bildlich vor dem Schaffen dieses großen Komponisten. Wicki dirigierte an diesem Nachmittag das Pilsen Philharmonic Orchestra aus der Tschechischen Republik, bestehend aus überwiegend jüngeren Musikern. Diese haben ihre Sache prinzipiell sehr gut gemacht, wenn auch per Saldo das Münchener Orchester (Dezember 2018) summa summarum ein wenig besser und ausgeglichener gespielt hatte, insbesondere bei den Streichern. Auch setzten sich die Münchener gegenüber dem Filmton deutlicher durch bzw. in Szene.
Herausragend fand ich aber bei den Perkussionisten den Musiker an den Tympani!!
Wie schon in der ersten Rezension erwähnt, wurde auch hier wieder die vollständige Partitur des Komponisten gespielt, also auch mit allen Musiken zu den Szenen, die in der normalen Filmfassung ohne Musik zu sehen sind. Dieses Mal war auch restliche Filmton besser ausgesteuert und deutlicher zu verstehen. Wicki musste aber zum Anfang der Tontechnik noch ein paar händische Hinweise zum Nachbessern geben...
Wie dem auch sei, bei allen subjektiv festgestellten, möglichen Unterschieden in den Darbietungen war auch dieser Nachmittag musikalisch und auch sonst ein voller Erfolg, welcher auch in einer Wiederholung nichts von seiner Faszination verloren hat. Dass die beiden Aufführungen am Ostersonntag in München zum musikalischen Abschied von Martin, quasi zu seinem Vermächtnis geworden sind, konnte niemand vorher ahnen.
Tief beeindruckt und still verließen wir den Konzertsaal....

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