Elspe 2017: "Winnetou I"

elspefan1996
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon elspefan1996 » 04 Jul 2017 18:15

Also ich war ja heute in Elspe und muss sagen, das mir das diesjährige Stück sehr gut gefallen hat. Auch den Prolog fand ich sehr gelungen. Alle Schauspieler haben überzeugt. Besonders gut fand ich aber wie eigentlich immer seit dem er da ist Moritz Bürkner der meiner Meinung nach der perfekte Pape Nachfolger ist.

Von den Actionszenen ehr wusste man ja, das Winnetou 1 nicht so viele beeinhaltet aber trotzdem fand ich wurde genug geknallt. Was mir nur wieder mal aufgefallen ist, das die Indianer beim Überfall keine Gewehre dabei hatten, was früher ja schonmal der Fall gewesen ist. Finde ich ja persönlich immer sehr schade, da der Effekt des Angriffes noch größer wäre.

Alles in allem war es wieder mal ein schöner Tag in Elspe und auch abermals der Beweis für mich, das Elspe immer eine Reise wert ist. Auch wenn man natürlich immer berücksichtigen sollte, das dort eine Show und nicht Original getreuer Karl May geboten wird.

elspefan1996
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon elspefan1996 » 09 Jul 2017 14:19

Und hat denn kein anderer User hier etwas zum diesjährigen Stück zu sagen? Bisschen wenig Teilnahme hier im Forum. Interessiert sich keiner mehr für Elspe?

Winnetoukarlmay2016
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 09 Jul 2017 14:43

Das liegt vielleicht daran, dass halt noch nicht alle in Elspe waren und dass die Termine bei jedem unterschiedlich ausgewählt sind. Ich bin erst am 18.7 in Elspe und werde erst danach etwas dazu schreiben.

elspefan1996
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon elspefan1996 » 09 Jul 2017 14:54

Okay dann schon danke wollte eigentlich nur mal wieder etwas Teilnahme hier im Forum haben.

Winnetoukarlmay2016
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 22 Jul 2017 23:26

Ich war am 18.7. in Elspe und ich kann nur sagen, dass wieder ein gelungenes und schönes Stück gezeigt wurde. Seit Wochen hatte ich wie immer Vorfreude aud das Stück und bin auch dieses Jahr nicht enttäuscht worden. Besonders schön fand ich, dass man den Prolog mit Karl May (gespielt von Jochen Bludau) aus den früheren Winnetou I- Inszenierungen in das Stück aufgenommen hat, auch wenn dieser dem Zeitalter nicht mehr anpasst. An dieser Stelle könnte man auch eine neue Anfangsszene mit Mr. Henry in St. Louis einbauen, der dem gerade in den Westen abreisendem Karl May / Old Shatterhand den Henrystutzen überreicht. Eine weiter gute Idee war der Einbau des Geiers Cochise, der im Stück den Friedensvogel der Apachen darstellte und Winnetou, Nscho-tschi und Klekih-petra nach Sheridan begleitete.

Schauspielerisch hat mich in diesem Jahr Alexander Hanfland als Santer überrascht, der die Rolle des Schurken sehr überzeugend darstellte, wenn auch mit Witz und Humor. Dagegen fin ich schade, dass die Veranstalter des Elspe Festival nicht gesagt haben, warum Rolf Schauerte in diesem Jahr nicht im Ensemble ist. Auch die Darsteller von Winnetou (Jean-Marc Birkholz) , Old Shatterhand (Kai Noll), Matto Schako (Moritz Bürkner), Nscho-tschi (Cheryl Baulig), Miranda (Bianca McNamara) sowie Sam Hawkens (Stephan Kieper) wussten in ihren Rollen zu überzeugen. Besonders bei Jean-Marc Birkholz und Kai Noll ist zu sagen, dass sie ein gutes Blutsbrüderpaar geben und diese es hoffentlich auch die weiteren Jahre tun sollten. Ein bisschen Schade finde ich, dass in den letzten Jahren immer sich nur die Weißen mit Gewehren bei den Angriffen der Indianer verteidigen und die Indianer nur mit Tomahawks bewaffnet an dem Saloon vorbeireiten und nicht mal selbst mit Gewehren schießen.

Ein weiterer Kritikpunkt wäre auch die Blutsbrüderschaft. Anstatt das sich Winnetou und Old Shatterhand auch mit dem Messer die Arme ritzen, legen sie nur die Arme aufeinander, Intschu-tschuna sagt ein paar festliche Worte und dann kommen einfach nur die magischen Worte. „Mein Bruder! - „Mein Bruder“. Das könnte man besser inszenieren. Interessant war auch dieser Jahr, dass man nicht ein Kleindarsteller für die Rolle des Klekih-petra genommen hatte, sondern den Ex-Banditen Harald Heufer nahm, der dann auch mit seiner eigenen Stimme zu hören war und nicht wie in den Vorjahren von einem Tonband abspielte. Für die Besetzung des Sheriff Barker hätte ich nicht den ehemaligen Indianerreiter Przemylaw Rozbicki genommen, sondern wünschenswert wäre für mich daher Benjamin Armbruster gewesen. Sein ausländischer Akzent passte nicht zur Rolle. Auch das Bühnenbild war wieder sehr schön gestaltet ebenso die Kostüme waren wieder gut gewählt. Ebenso die Actionszenen waren in diesem Jahr wieder gut umgesetzt, auch wenn bei Winnetou I weniger Schießereien und Explosionen zum Einsatz kommen, aber mehr Schlägereien und Zweikämpfe, die gut choreographiert waren.


Fazit:
Insgesamt fand ich das Stück wieder mal sehr gut gemacht, ein Besuch lohnt sich deffentiv und werde auch nächstes Jahr wieder die Karl-May-Spiele besuchen. Es war ein sehr schöner Tag gewesen. Ein Besuch in Elspe ist es immer wert und ist für jeden nicht Karl-May-Fan zu empfehlen. Besonders gespannt bin ich auf nächstes Jahr auf ''Winnetou II – Der Kampf um Öl''. Da Santer ja in diesem Jahr bei der Explosion am Nugget-tsil stirbt und nicht nach dem Mord an Intschu-tsuna und Nscho-tschi entkommt, wird des nächstes Jahr einen neuen Gegenspieler für die Blutsbrüder geben. Für nächstes Jahr könnte ich schon folgende Darsteller vorstellen: Winnetou (Jean-Marc Birkholz), Old Shatterhand (Kai Noll), Parranoh (Moritz Bürkner) und Alexander Hanfland sowie Cheryl Baulig.

Winnetoukarlmay2016
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon Winnetoukarlmay2016 » 09 Sep 2017 23:46

Ungefähr 214.000 Besucher haben in diesem Jahr das Elspe Festival besucht. Diese Info ist bei WDR.de zu lesen.

Al-No
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon Al-No » 23 Sep 2017 10:54

elspefan1996 hat geschrieben:Und hat denn kein anderer User hier etwas zum diesjährigen Stück zu sagen? Bisschen wenig Teilnahme hier im Forum. Interessiert sich keiner mehr für Elspe?


;) Vielleichtliegt es auch daran, dass die wenigen, die zu den Theaterstücken schreiben, das Elsper "Winnetou i" schon so gut kennen.

Das ist mir jedenfalls so gegangen: RIchtig gepackt hat es mich im ersten Akt nicht, muss ich zugeben. Ich habe das Stück halt auch 2012 und 2006 so gesehen. Vielleicht lag es auch an ein bißchen Müdigkeit an jenem Tag und dem noch nicht stattgefundenen Milch- und Zucker-Flash in der Pause. Im zweiten Akt, der im Mescalero-Dorf begann, sprach es mich weider stärker an und ich fand es ein weiteres Mal schön, dass der dramatische Teil nicht zusammengestrichen und Details beraubt wurde.
Im Grunde ist es ja auch mein Lieblingsstück in Bludaus Repertoire: Es funktioniert halt gut und bleibt recht nah an der Vorlage, ähnlich wie der Kinofilm.
Für mich neu war das Intro mit Karl May, welches ebenfalls gut funktionierte. Entsprach das genau der 1984er Fassung, weiß das jemand?
Es war schön, Jochen Bludau noch mal auftreten zu sehen und herlich dieser Gag, als er als Karl May erzählte, dass er alle diese Fuguren erfunden habe - die Wirtin Miranda und den Sheriff Barker zum Beispiel.
Zu den Schwächen gehörte wieder die mangelnde Autorität von Intschu-tschuna, der doch Oberhäuptling sein soll: Winnetou erteilte ihm quasi eine Anweisung, Klekih-petra zu bestatten, während er die Mörder jage werde. Am Ende kam Santer wieder spektakulär mit der Explosion am Goldversteck um . diesmal "leider", muss ich sagen. Ich hatte auf ein Überleben und weitere Auftritte in der Winnetou-Triologie gehofft, so wie Bludau sie schon mal angedeutet hatte.

Was ist noch zu sagen: Ein wieder gutes Ensemble mit den Akteuren Noll und Birkholz als angehenede Blutsbrüder, Bürkner scheint sich kriegerischer Häuptling wohl zu fühlen, Stephan Kieper hat wie 2015 als Sam Hawkens eine gute Figur gemacht. Vor zwei Jahren überraschten mich parallel in Elspe und Bad Segeberg die jeweiligen Banditen-Darsteller Stephan Kieper und Dirc Simpson als Sam Hawkens. Das waren Besetzungen, die ich so nicht auf dem Schirm gehabt habe.
Kommentar- und geräuschlos abgetreten ist ja Rolf Schauerte, der Rekord-Oberschurke. Vielleicht hätte ich ihn nicht so oft ausbuhen dürfen.
Neugierig war ich nun auf Alexander Hanfland, der im letzten Jahr als neuer Unterbösewicht angefangen hatte: Er interpretierte den bekanntesen unter Mays Western-Verbrecher nun merklich anders, als selbstsicheren Dandy-Typ im Anzug. Ebenfalls gelungen fand ich Ceryl Bauligs Rollentyp-Wechsel von der durchtriebenen Cantinawirtin zu Winnetous lieblcher Schwester. Przemyslaw Rozbicki übernahm Sheriff Barker - eine von mir ungeliebte Figur, die mir in "Winnetou I" allerdings besser gefällt als in "Halbblut". Bei Rozbicki hört man einen leichten polnischen Akzent - was jemand angesprochen hatte - und er ist kein Schauspieler, aber seine Leistung war völlig in Ordnung. Man könnte es auch als Hommage an den Fernsehfilm sehen, wo polnische Handwerker vorkamen. Die USA waren/sind ein Schmelztiegel; ich gehe davon aus, dass man da damals viele Akzente zu hören bekommen konnte. Deutliche optische Ähnlichkeit sah ich mit dem TV-Anwalt Ingo Lenßen - völliger Zufall oder eine charmante Absicht?

tribeman
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon tribeman » 25 Sep 2017 17:19

Das Intro von 84 war dem von 2017 sehr ähnlich, jedoch stellte sich Jochen damals nicht als Karl May vor, sondern als Jochen Bludau, der hier ist um die Rolle des Karl May zu spielen. Ansonsten fast Textgleich. Er hatte sich alles in seiner Fantasie vorgestellt. Jetzt ritten die Indianer über die Bühne, machten aber auch Kunststücke am Pferd. 2017 sind sie einfach nur geritten. Als Pierre Brice dann erstmals vom Berg geritten kam, sprach er zu seinem Pferd, wie er es bekommen hat.
Die Blutsbrüderschaft fand übrigens 1984 auch nicht mehr mit dem Messer statt.

Al-No
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Re: Elspe 2017: "Winnetou I"

Beitragvon Al-No » 06 Okt 2017 10:39

Ah, danke!
Ohne Messer - schon die erste Konzession an die Aids-Angst?

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